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| Studentenclique lernt, lebt und liebt fünf Monate im wilden Osten |
In Litauens Hauptstadt Vilnius in einem so abgelegenen und heruntergekommenen Studentenwohnheim, dass man es Kamschatka nennt, treffen Menschen aus aller Welt auf einander, um ein oder zwei Semester in der Universität von Vilnius zu studieren. Zu den Neuankömmlingen im Herbst 2001 gehören die deutschen Studentinnen Josephine und Laura, die langjährige Freundinnen sind und sich dort ein Zimmer teilen. Schnell machen sie die Bekanntschaft mit Anette und Caroline. Gemeinsam ertragen sie die litauische Unorganisiertheit in Sachen Studium, Helens Mutter, die nächtliche Küchenblockade durch die portugiesischen Mitbewohner, das Büffeln der litauischen Sprache und alle Geschehnisse, die sich in der kleinen Welt des Wohnheims zutragen. Zu diesen Protagonisten gesellen sich weitere Figuren unterschiedlichster Nationalitäten wie die flatterhafte Deutsche Helen mit ihrem litauisch-amerikanischen immer-mal-wieder-Freund Robert, die erotische wenig promiskuitive Belgierin Claudine, der ruhige Amerikaner David, der macho-hafte Italiener Roberto, Julian aus Kanada, die zickige Angela und Maria aus Portugal, das spanische homosexuelle Pärchen Juan und Antonio, das spanisch-japanische Pärchen Marguerita und Yoshiaki u.a. So unterschiedlich diese Charaktere sind, so unterschiedlich gestalten sich ihre Erlebnisse. Aus der Perspektive von Josephine erlebt der Leser wie sich das Studentenleben in Vilnius zwischen Pauken für fordernde Professoren und urkomischen Professorengestalten, sowie in der verwirrenden Topographie einer mittelalterlichen Universitätsanlage anfühlt. Hinzu kommen die Probleme, die sich aus Josephines Keuschheitsversprechen ihrem Freund gegenüber ergeben. Obwohl Caroline die Partygängerin ist, berichtet auch Josephine von Erlebnissen mit Tanz, Alkohol, Schlägereien und nackten Tatsachen auf Studentenparties. Wie alle Bewohner des zweiten Stocks hat sie unter Helens putzwütiger esoterischer Mutter zu leiden. Bei Helen selbst weiß man nie, ob sie gerade mit ihrem Freund Robert zusammen ist oder sich schon wieder von ihm getrennt hat, während sie auf Schritt und Tritt neue Leute kennen lernt und sie im Wohnheim anschleppt. Zu den Erlebnissen in Vilnius gehören auf 177 Seiten und 45 Kapiteln neben der Geschichte mit der abgesägten Türklinke, einer Trolleybusfahrt mit einem Opa, der sich noch im Krieg zu befinden glaubt, dem Kampf gegen zweistellige Minusgrade und Trinkwasserbschaffungsfahrten zur nahegelegenen Quelle auch Begebenheiten wie die Unterstellung eines Kunstraubes sowie die Konfrontation mit der deutschen und deutsch-deutschen Vergangenheit. In der Küche oder in Josephines und Lauras Zimmer trifft man sich, um über Gott und Welt zu philosophieren und landet letztendlich doch meistens bei einer Flasche Wein und den Themen Sex und Beziehung. Dort stellt sich auch heraus, dass Claudine von Vitalius, der ihr nicht gerade treu war, schwanger ist. Den Schwangerschaftstest haben Josephine, Laura, Anette und Caroline für Claudine, der das zu peinlich erscheint, gemeinsam besorgt. Die vier sind inzwischen zu einer engen Gemeinschaft zusammengewachsen und gründen am Schluss des Romans eine Schwesternschaft, wobei sie sich versprechen, sich in 10 Jahren auf dem Wunschstein vor der Kathedrale wieder zu treffen. |
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